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News - BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft Nürburgring
Doppelsieg für Mühlner Motorsport
2004-09-27 22:39:52 - sp

(c) spmm.de
Sieg für Middendorf und Seidel
 
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    Saison 2002
    Beim achten Lauf zur Deutschen BF Goodrich Langstrecken-Meisterschaft auf dem Nürburgring hat das Volvo-Team Mühlner Motorsport einen Doppelsieg gelandet. Volvo-Fahrer Ulli Andree hatte sich nach einem Reparaturstopp schon mit Platz drei abgefunden, als eine dramatische letzte Runde das Geschehen noch auf den Kopf stellte.

    Teamchef Bernhard Mühlner hatte für die entscheidende Phase in der Meisterschaft wieder seinen zweiten Volvo S60 eingesetzt. Andreas Middendorf und Jörg Seidel, wie Ulli Andree und Heinz-Josef Bermes beides Mitglieder der Siegermannschaft vom 24-Stunden-Rennen, pilotierten Chassis MM-V03, das im letzten Jahr den Eifel-Marathon gewonnen hatte. Andree fuhr erneut solo in seiner angestammten Chassisnummer MM-V04, dem Siegerfahrzeug des diesjährigen 24-Stunden-Klassikers auf der Nordschleife. "Damit wollten wir das Starterfeld unserer Kategorie etwas auffüllen, um Ulli so die Möglichkeit zu geben, in dem von der Teilnehmerzahl pro Klasse abhängigen Punktesystem mehr Zähler für die Gesamtwertung zu erzielen", erklärte Mühlner die Taktik.

    Das Training fand auf nasser, aber abtrocknender Bahn statt. Jörg Seidel stellte seinen Volvo S60 auf die Pole - knapp gefolgt von Andree im Schwesterwagen, dessen schnellste Qualirunde durch gelbe Flaggen aufgrund gleich zweier Unfälle im Wehrseifen eingebremst wurde, und Reinhard Huber im 2,5 Liter-Opel Astra Coupé. Seidels Partner Andreas Middendorf ging dann vom Start weg vor Andree in Führung und blieb beinahe die gesamte Startrunde über vorn, bis Huber auf der langen Döttinger Höhe aus dem Windschatten der Volvos ausscherte und an beiden vorbei in Front ging. Am Ende der Start-Zielgeraden konnte dann auch Andree seinen Teamkollegen passieren. "Ich habe Ulli auch ohne Gegenwehr vorbei gelassen", blickt Middendorf zurück. "Denn er sollte Huber ja jagen und gewinnen. Ich habe mich zuerst noch ein bisschen zurück gehalten. Schliesslich war das hier mein erster Einsatz seit dem 24-Stunden-Rennen. Angesichts der langen Rennpause war ich mit meinem ersten Turn sehr zufrieden."

    Andree hatte sich derweil an die Fersen von Huber geheftet, dessen über 300 PS leistendes Astra Coupé einen offensichtlichen Topspeed-Vorteil hatte, setzte dem Bayern dennoch mächtig zu und blieb in Runde sieben erstmals in der Renn-Geschichte des Mühlner-Volvo S60 unter der Schallmauer von 9:20 Minuten. Doch in der achten Runde verabschiedete sich die Lichtmaschine. "Ulli mußte sehr viel im Windschatten von Huber fahren", vermutet Mühlner den Schadenshergang. "Wahrscheinlich ist die Lichtmaschine dabei wegen der dann anliegenden höheren Drehzahlen ausgestiegen." Das Teil wurde in dreieinhalb Minuten gewechselt. "Wir haben damit auch gleich unseren routinemäßigen Tank- und Reifenstopp verbunden", erläuterte Mühlner. Andree ging trotz der langen Standzeit immer noch als Dritter wieder auf die Bahn.

    Middendorf etablierte das zweite Auto derweil auf einem sicheren zweiten Rang und übergab an Jörg Seidel. Der entfesselte eine schnelle Aufholjagd, durchbrach wie zuvor Andree nun ebenfalls die Schallmauer von 9:20 Minuten für eine Runde in der "Grünen Hölle" und schaffte es tatsächlich, sich wieder auf direkte Schlagdistanz zum führenden Opel zu bringen. Andree fuhr derweil ein einsames Rennen auf dem dritten Rang.

    In der letzten Runde verabschiedete sich der führende Astra unter immensem Druck von Seidel mit technischem Defekt. Damit führte Seidel vor Andree. Aufgrund der hügeligen Topographie am Ring konnte Andrees Funkspruch über den Ausfall des pfeilschnellen Astra Coupés an der Box jedoch zunächst nicht empfangen werden. Erst als Heinz-Josef Bermes, der in einer anderen Klasse für das Mühlner-Team gemeinsam mit Thomas Koll einen erneuten Sieg in einem Cup-Porsche landete, die neue Entwicklung von einem anderen Streckenabschnitt ohne Funkschatten geistesgegenwärtig zur Box funkte, herrschte Klarheit. Da Seidel zu diesem Zeitpunkt jedoch die Ziellinie bereits gekreuzt hatte, konnte keine Positionsveränderung mehr vorgenommen werden.

    Der Sieg ging so an Middendorf/Seidel, Andree blieb Zweiter. "Ich freue mich natürlich für das Team, dass Andy und Jörg gewonnen haben", erkannte der Kölner nach dem Rennen an. "Auch wenn ich ehrlich sagen muss, dass ich persönlich etwas enttäuscht bin. Denn im Hinblick auf die Gesamtwertung wäre es natürlich besser gewesen, wenn das Ergebnis andersherum ausgefallen wäre. Ich konnte mich im Verlauf des ersten Turns im Kampf mit Hubers Astra Coupé ja bereits deutlich vom Rest des Feldes absetzen, bis leider die Ladekontroll-Leuchte anging. So mußte ich zwangsweise an die Box – aber das ist Racing und nach all unseren Erfolgen in den letzten beiden Jahren kann so etwas einfach mal passieren. Zudem haben wir ja einen Mühlner-Volvo-Doppelsieg gelandet und für P2 muß man sich nach der langen Reparatur-Standzeit ja auch nicht schämen."

    Middendorf strahlte nach seinem Erfolg: "Das Auto unterschied sich in einigen wesentlichen Punkten deutlich von der Spezifikation, die wir beim 24-Stunden-Rennen gefahren sind - denn das war für die lange Renndistanz nicht so aggressiv abgestimmt wie der Wagen von Sonnabend. Ich bin froh, dass ich nach meiner langen Rennpause gleich mit einem Sieg zu Mühlner-Volvo zurück kehren konnte. Auf der anderen Seite tut es mit für Ulli sehr leid, denn eigentlich waren Jörg und ich ja hier, um ihm im Hinblick auf die Meisterschaft den Rücken frei zu halten."

     
     
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