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News - BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft Nürburgring
Zwei Klassensiege für Mühlner Motorsport
2004-09-14 23:41:18 - sp

(c) spmm.de
Erneuter Klassensieg: Andree und Seidel gewinnen in der SP4
 
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    Das Volvo Team Mühlner Motorsport hat das wichtigste Rennen im Kalender der Deutschen Langstrecken-Meisterschaft für sich entschieden. Ulli Andree und Jörg Seidel steuerten ihren Volvo S60 zu einem souveränen Erfolg beim Ruhr-Pokal-Rennen auf dem Nürburgring. Damit hat Volvo mit Mühlner in diesem Jahr beide Langstrecken-Klassiker auf der Nordschleife gewonnen – neben dem nicht zur Meisterschaft zählenden 24-Stunden-Rennen nun auch das Sechs-Stunden-Rennen.

    Vor den Erfolg hatten die Renngötter am Samstag allerdings die Hektik gesetzt. Denn in der Nacht zum Renntag erkrankte Andreas Middendorf, den Teamchef Bernhard Mühlner eigentlich als Partner von Ulli Andree zurück geholt hatte, plötzlich an einer fiesen Grippe. "Ich hatte Fieber und fühlte mich richtig elend", erschauderte der Architekt aus Grevenbroich.
    "An Fahren war überhaupt nicht zu denken."

    Da Andree die sechs Stunden lange Marathon-Distanz nicht allein bestreiten konnte, musste wenige Stunden vor Trainingsbeginn noch eilends Ersatz rekrutiert werden. "Um zehn nach Sechs haben wir Jörg Seidel aus dem Bett geklingelt", erinnert sich Mühlner. "Und der hat zum Glück spontan zugesagt." Damit hatte das Volvo Team Mühlner den einen Siegfahrer vom 24-Stunden-Rennen durch einen anderen ersetzt.

    Nach einem freiwilligen Aufstieg in eine höhere Kategorie beim letzten Meisterschaftslauf, hatte Mühlner den Volvo S60 fürs Sechs-Stunden-Rennen wieder in der angestammten Klasse SP4 für Spezial-Tourenwagen mit zu 2,5 Litern Hubraum gemeldet. "Die Klasse war bei diesem Rennen quantitativ und qualitativ so stark besetzt, dass es auch im Hinblick auf die Punktevergabe für die Gesamtwertung keinen Sinn gemacht hätte, dort nicht zu starten", begründete Mühlner.

    Das Zeittraining begann bei feuchter, aber abtrocknender Bahn. Andree markierte auf Intermediates gleich die Bestzeit – und schob sich sogar bis auf den sechsten Rang in der Gesamtwertung nach vorn. Gegen Trainingsende, als die Strecke beinahe komplett trocken war, ging der Kölner ein paar Sekunden vor Abwinken treffsicher noch mal auf Zeitenjagd und katapultierte den Volvo mit einem Vorsprung von zwei Sekunden auf Reinhard Huber/Rainer Bastuck in einem Opel Astra von Kissling Motorsport auf den ersten Startplatz. "Beim Start bin ich dann leider von einigen größeren Autos abgeklemmt worden, sodass Huber recht leicht an mir vorbei gekommen ist und auch gleich einen Vorsprung hatte", sagte Andree.

    Bis zum Ende der zweiten Runde war der Rückstand des Volvo auf sechs Sekunden angewachsen. Dann legte Andree ein paar Schippen nach – und nach der fünften Rennrunde tobten die beiden führenden Autos Stoßstange an Stoßstange durch die Eifel.

    Der Zweikampf fand ein jähes Ende, als zwei zur Überrundung anstehende Teilnehmer aus der Gruppe N sich im Brünnchen nicht über die Vorfahrt einig werden konnten. Huber wollte außen an den strauchelnden Überrundeten vorbei, Andree innen. Nach der Berührung der beiden Gruppe-N-Wagen schoss einer von ihnen gen Kurvenausgang – und traf dort den Spitzenreiter Huber.
    Der Opel des Bayern war irreparabel beschädigt. Andree dagegen hatte mit der inneren Spur instinktiv einen Unfall vermieden und war nun der alleinige Spitzenreiter.

    Nach elf Runden kam Andree mit einem Vorsprung von
    2:51 Minuten auf den ärgsten Verfolger zum ersten routinemäßigen Boxenstopp rein. Die Mühlner-Mechaniker betankten den Volvo S60, zogen nur vorn neue Reifen auf, und Seidel übernahm das Steuer. "Ulli hat Jörg schon beim Einsteigen gesagt, er solle nur noch einen 24-Stunden-Rhythmus fahren, und Jörg hat das Auto vorbildlich nach Hause getragen", lobte Mühlner. "Er ist überall einen Gang höher gefahren als sonst – und hat seinen Vorsprung trotzdem auf fünfeinhalb Minuten ausgebaut."

    Der Turn von Jörg Seidel dauerte zwölf Runden. Danach ging Andree noch einmal für zehn Runden auf rundum neuen Reifen auf die Bahn, kam vier Runden vor Schluss zu einem einkalkulierten kurzen Tankstopp rein, bei dem sicherheitshalber die vorderen Reifen noch mal gewechselt wurden – und steuerte den Volvo sicher durch ein höchst turbulentes Rennende, das von vielen
    Un- und Zwischenfällen sowie einer von Reifenabrieb, Karosserieteilen und Kies verdreckten, extrem anspruchsvoll zu manövrierenden Strecke gekennzeichnet wurde. "Es wäre leicht gewesen, sich da noch in einen Fehler hineinziehen zu lassen", erkannte Mühlner am Kommandostand. "Aber Ulli hat die Übersicht behalten und den Sieg sicher nach Hause gebracht."

    Neben dem neuerlichen Klassensieg für den Volvo S60 mit Andree/Seidel freute sich der Teamchef auch über den Erfolg eines ebenfalls von ihm eingesetzten Porsche 911 GT3 Cup, den Heinz-Josef Bermes/Thomas Koll/Jürgen Gockel zum Sieg steuerten. "Am Volvo hängt natürlich mein Herz, denn das Auto fährt mit einem ´MM´-Chassis und ist eine komplette Eigenentwicklung von Mühlner Motorsport", strahlte der Boss. "Aber mit einem Team zwei Klassensiege bei diesem bedeutenden Rennen zu holen, ist schon etwas ganz Besonderes."

     
     
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