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News - Deutsche Rallye Meisterschaft
Viel Spannung bei der Castrol-Rallye Thüringen
2002-05-31 16:09:29 - jpb

 
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    Schnelle Passagen, kurvenreiche Strecken, Bodenwellen: Beim vierten Lauf zur DRM (Deutsche Rallye-Meisterschaft) vom 31. Mai bis 1. Juni steht den Teams in Deutschlands höchstem Rallye-Championat eine Riesen-Herausforderung bevor. Bei der 41. Auflage der Castrol-Rallye rund um das Rallye-Zentrum im ostthüringischen Pößneck sind einige der anspruchsvollsten Asphalt-Prüfungen im DRM-Kalender zu absolvieren.

    Das DRM-Theater in Thüringen besteht dabei aus zwei Akten, wie sie kaum unterschiedlicher sein könnten: Der kurzen Ouvertüre am Freitagabend – hier stehen nur drei Runden auf dem traditionellen Zuschauer-Rundkurs Schleizer Dreieck auf dem Programm – folgen 110 WP-Kilometer auf engen Asphalt-Pisten. Besonders im Vorteil sind dabei die leichtgewichtigen Kit-Cars, die hier den Nachteil des Frontantriebs gegenüber den allradgetriebenen Boliden der "großen" Division I egalisieren können. Denn dank eines Gewichtsvorteils von gut 200 Kilogramm gegenüber etwa dem Skoda Octavia WRC von Tabellenführer Matthias Kahle können sich die Kit-Car-Cracks als Spätbremser hervortun – anders herum gesagt: Hier bleibt der Gasfuß länger in Aktion und die Spitzengeschwindigkeit so die womöglich entscheidenden Zehntelsekunden länger erhalten. Die allradgetriebenen Boliden hingegen können auf Grund der sehr flüssigen Streckenführung die Vorteile ihrer vier angetriebenen Räder nicht umsetzen.

    Doch vor die große Kit-Car-Show haben die Organisatoren der Castrol-Rallye den Aufakt auf dem Schleizer Dreieck gesetzt. Diese klassische Prüfung der Rallye ist dank ihrer langen Geraden extrem schnell – die Spitzenteams erreichen hier Durchschnittsgeschwindigkeiten von nahezu 150 km/h. Der Auftakt am Freitagabend fällt so im Vergleich zu den Prüfungen der Samstags-Etappe aus dem Rahmen. "Die Kit-Cars sind bei der Castrol-Rallye schon immer sehr schnell gewesen und konnten uns bei trockenen Pisten gehörig unter Druck setzten", weiß DRM-Leader Matthias Kahle. Der Vorjahressieger in Thüringen und amtierende DRM-Champion geht mit Co-Pilot Peter Göbel im Skoda Octavia WRC auch diesmal als Top-Favorit an den Start. "Ich mag diese Rallye. Sie ist sehr anspruchsvoll, durch den welligen Asphalt versetzt das Auto oft – eine große Herausforderung, die aber auch Riesen-Spaß macht." Beim ultraschnellen Auftakt auf dem Schleizer Dreieck ist aber selbst Kahle knapp am Limit: "Obwohl wir bis auf fast 220 km/h hoch beschleunigen, sind wir auf dieser WP für längere Zeit am Begrenzer", staunt der Görlitzer über die gegenüber dem Rest der Rallye untypische Charakteristik. "Aber für die Fans ist es eine tolle Geschichte." Einer der Haupt-Konkurrenten neben Sandro Wallenwein / Pauli Zeitlhofer (Mitsubishi Lancer Evo VII) und Maik Stölzel / Thomas Windisch im Ford Escort WRC aus der Allrad-Fraktion dürfte deshalb Carsten Mohe im Renault Mégane Maxi werden. Der Sachse schaffte es zusammen mit Co-Pilot Timo Gottschalk schon im vergangenen Jahr, Kahle vier Bestzeiten zu entreißen. Regnerisches Wetter raubte dann jedoch jede Chance auf den Gesamtsieg. Neben dem amtierenden Champion im ADAC-Rallye-Junior-Cup Holger Knöbel in seinem VW Golf Kit-Car zählen auch Martin Möckl / Marcus Poschner und Andreas Gerst / Bertram Schwalié in ihren Skoda Octavia Kit-Cars zu den Anwärtern auf vordere Platzierungen. Die beiden Skoda-Junioren treten zudem an, um zusammen mit Kahle die Führung von Skoda in der Marken-Wertung zu verteidigen.

    Spannung zeichnet sich vor der Castrol-Rallye auch bei den Piloten der Junior-DM ab. Denn nicht nur der Fight zwischen Sven Haaf (Citroën Saxo Super 1600) und Christoph Schleimer (Opel Corsa Super 1600) sowie dem Finnen Kosti Katajamäki im Super-1600-Polo verspricht ein herzerfrischendes Rallye-Duell. Mit dem Dänen Mikael Sörensen in einem Peugeot 106 Maxi treffen die Junioren auf einen weiteren Herausforderer. Haaf, der zusammen mit Co Michael Kölbach nicht nur die Junior-DM anführt, sondern auch auf dem zweiten Platz in der DRM-Gesamtwertung liegt, ist begeistert von den Castrol-Prüfungen der Samstagsetappe: "Die gehören für mich zu den schönsten, die wir in Deutschland fahren können. Für diese schnellen, äußerst flüssigen Strecken ist unser Saxo wie geschaffen." Einen Wertmutstropfen sieht Haaf dennoch: "Wir werden auf dem Schleizer Dreieck direkt zum Auftakt schon zwischen 20 und 25 Sekunden auf die Spitze verlieren, denn konstruktionsbedingt ist unser Saxo nur mit etwas über 180 km/h übersetzt." Die Rechnung kann Opel-Werkspilot Christoph Schleimer nachvollziehen: "Wir haben im Opel Corsa in etwa die gleiche Top-Speed wie Sven, müssten somit für die erste WP den gleichen Zeitverlust einplanen." Der Youngster des Opel Rallye Team Holzer liegt vor seinem ersten Start bei der Castrol-Rallye an zweiter Position in der Junior-DM. Doch nicht nur der Obertiefenbacher feiert in Pößneck Premiere, auch sein Fahrzeug ist brandneu: Vor dem Einsatz in Thüringen wurde beim britischen Opel-Tuner RML ein Opel Corsa Super 1600 auf seine Rallye-Karriere vorbereitet. "Ich werde am Wochenende vor der Rallye damit in England testen", ist Schleimer gespannt, "die Einsatz-Premiere erfolgt dann in Pößneck."

    Auch beim amtierenden DRM-Vizemeister und derzeit besten Gruppe-N-Piloten hat sich nach der Pneumant-Rallye einiges getan. Für den aktuell Viertplatzierten bringt die Castrol-Rallye ein neues Fahrzeug in Form eines Mitsubishi Carisma Evo VII. Zudem ist im Cockpit des Routiniers mit Karin Thannhäuser auch der heiße Sitz des Co-Piloten neu besetzt. Der Wechsel ist für Gassner allerdings kein größeres Problem: Während er mit Stamm-Co-Pilot Siggi Schrankl seit einem Jahrzehnt die Gruppe N in der DRM beherrscht, gewann er mit Thannhäuser in den vergangenen zwei Jahren zusätzlich den N-Titel in Österreich. Auf dem fast schon sensationellen fünften DRM-Rang liegen vor der Castrol-Rallye Peter Corazza / Mandy Querengässer (Honda Civic Type R) als bestplatziertes Team der schwächsten DRM-Division V (Gruppe N bis 2.000 ccm Hubraum). In der gut besetzten und dadurch heiß umkämpften Division konnten sie bisher jedes Mal die maximale Punktzahl einheimsen. Gleichzeitig sind die beiden aus dem sächsischen Oelsnitz die Führenden in der Privatfahrer-Wertung. "Wir haben nur eine Stunde Anfahrt und sowohl uns als auch dem Civic liegen diese Asphalt-Prüfungen," freut sich der Fahrsicherheits-Instruktor. "Wir haben im Rahmen dessen, was das Reglement zulässt, am Auto noch etwas Gewicht gespart. So verwenden wir jetzt einen wesentlich leichteren Karbon-Unterbodenschutz für die Asphalt-Rallyes."

     
     
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