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News - Deutsche Rallye Meisterschaft
Schotter-Festival am Wochenende in Wittenberg
2002-04-27 00:11:49 - jpb

Wallenwein will auch diesmal viele Punkte sammeln
 
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    Saison 2002
    Schotter-Action, Zuschauer-Magnet und ein hochkarätiges Teilnehmerfeld: Die ADMV-Pneumant-Rallye verspricht auch 2002 eines der Highlights in der DRM zu werden. Beim dritten Lauf rund um die geschichtsträchtige Lutherstadt Wittenberg geben sich nicht nur die deutschen Rallye-Cracks ein Stelldichein; für das Pisten-Spektakel mit Rallye-Europameisterschafts-Koeffizient 5 hat sich auch eine höchst illustre Schar europäischer Offroad-Spezialisten angemeldet. Und die kommen vor allem aus Finnland, dem traditionellen Kernland der Schotter-Spezialisten. Über 70 Prozent der 238,6 Wertungskilometer werden auf losem Untergrund zurück gelegt – kein Wunder, dass vor der Pneumant-Rallye das Herz von Fans und Fahrern gleichermaßen höher schlägt.

    Grund für eine erhöhte Herzfrequenz hat allen voran der amtierende Meister Matthias Kahle (Skoda Octavia WRC). Denn der souveräne Sieger der Havellandrallye Anfang April betrachtet die Wittenberg als sein Heimspiel: „Hier bin ich meine erste DRM-Rallye gefahren, hier war mein erster Einsatz als Werksfahrer und hier habe ich auch meinen ersten DRM-Gesamtsieg gefeiert“, erklärt der Lausitzer. „Eine tolle Rallye mit einer wahnsinnigen Atmosphäre, die Landschaft erinnert mich an die Lausitz und die Begeisterung der Fans hier ist ebenso faszinierend.“ Grund zum Schwärmen über „seine“ Rallye hat Kahle reichlich, immerhin konnte er sich bislang schon vier Mal als Gesamtsieger feiern lassen (1997, 1998, 2000 und 2001). Nun soll der fünfte Erfolg folgen.

    Ein anderer ganz großer Fan der Pneumant-Rallye kommt aus Finnland. Saku Vierimaa (Mitsubishi Lancer) ist 2002 schon zum dritten Mal dabei. Und nach dem dritten Rang im Jahr 2000 und dem zweiten Platz im vergangenen Jahr wäre er – ginge es nach dem Gesetz der Serie – eigentlich für den Sieg gesetzt. „Aber Matthias hier zu schlagen ist fast unmöglich,“ erklärt Co-Pilot Jakke Honkanen. Doch nicht nur die skandinavische Fraktion wird es Kahle so schwer wie möglich machen wollen. Schließlich stellt der hohe Schotter-Anteil der Pneumant-Rallye nicht nur höchste Anforderungen an das Material, sondern auch an die Teams im Cockpit. „Hier geht es schnell daher und ich mag es, mit 200 km/h im sechsten Gang durch den Wald zu fahren“, freut sich Matthias Kahle, „denn dafür braucht man ein großes Herz“. Mit seinem Co-Pilot Peter Göbel wird er dabei sicherlich mit Volldampf unterwegs sein. Denn auch unter den Verfolgern tummeln sich – etwa mit den hinter Kahle / Göbel Zweitplatzierten der Havellandrallye, Uwe Nittel / Detlef Ruf (Mitsubishi Lancer Evo VII) oder den DRM-Dritten Sandro Wallenwein / Pauli Zeitlhofer (Mitsubishi Carisma Evo VI) Teams, die ebenfalls nicht gerade für übertriebene Ängstlichkeit hinter dem Steuer bekannt sind.

    Dennoch: Der Stuttgarter Sandro Wallenwein sieht seine Chancen realistisch. „Matthias dürfte bei der Pneumant kaum zu schlagen sein, und ich weiß nicht, wie wir gegen Vierimaa und Uwe Nittel auf Schotter aussehen werden.“ Nach einem tollen Saisonstart – in den ersten beiden DRM-Läufen sammelte Wallenwein mit dem zweiten und dem dritten Gesamtrang bereits kräftig Punkte – ist die Zielsetzung denn auch weniger das Duell mit Kahle: „Diese harte Rallye müssen wir überstehen und so viele Zähler wie möglich zu sammeln“, so der Stuttgarter. Die Chancen stehen nicht schlecht, denn Uwe Nittel, für das Streicher-Team auf einem brandneuen Carisma Evo VII am Start, kennt die Pneumant-Rallye bisher noch nicht. „Für mich ist alles neu, aber ich freue mich schon riesig auf den Schotter“, so der Gruppe-N-Vize-Weltmeister von 1996.

    Gespannte Erwartung herrscht vor der Pneumant-Rallye auch bei den Teams der Junior-Rallye-DM, die analog zur Rallye-WM auf Super-1600-Fahrzeugen antreten. Der Finne Kosti Katajamäki gilt mit seinem Polo Super 1600 als Favorit – Grund genug für Citroën-Werkspilot Sven Haaf, seine Prognose eher bescheiden zu gestalten: „Kosti wird bei der Pneumant sicherlich sehr schnell sein“, ist sich Haaf sicher, „er wird auf Schotter die Messlatte sehr hoch legen“. Doch mit seinem Vorbeter Michael Kölbach wird er sich keineswegs kampflos geschlagen geben – schließlich liegt er im Gesamtklassement vor der Pneumant-Rallye auf Rang zwei, nur knapp vor Wallenwein / Zeitlhofer. Das DRM-Punktesystem mit Zählern für den Gesamtrang und die Platzierung in der Division macht möglich, dass sich Haaf mit seiner Klasse-Leistung bei der Havellandrallye (Sieger der Division III und sechster Gesamtrang) vor das allradgetriebene Mitsubishi-Duo aus der Division I setzen konnte. Und für den dritten DRM-Lauf wurde eigens für den Schotter-Einsatz das Fahrwerk des Citroën Saxo Super 1600 modifiziert. „Auf dem losen Untergrund brauchen wir mit unseren Fronttrieblern die maximal mögliche Traktion“, erklärt Haaf. „Denn es ist für uns sehr schwierig, schnell auf Schotter zu fahren – der Fronttriebler ist naturgemäß sehr nervös und man muss darin viel arbeiten. Aber gerade das ist eine große Herausforderung und bringt riesigen Spaß.“ Die Lust, auf losem Untergrund schnell unterwegs zu sein, teilt er mit Christoph Schleimer im Opel Corsa Super 1600. „Ich freue mich richtig darauf, mit dem Corsa in Wittenberg zu starten“, so der Obertiefenbacher. „Die Herausforderung, auf allen Fahrbahnbelägen am Limit unterwegs zu sein – das macht den Rallye-Sport so interessant.“

    Mit besonderen Schwierigkeiten ist die Schotter-Action traditionell für die Zweiliter-Fronttriebler der Division II verbunden. Doch angeführt von den Meisterschaftsvierten Martin Möckl / Marcus Poschner (Skoda Octavia Kit Car) will auch die Kit-Car-Fraktion eine tolle Show bieten. Zum Beispiel Carsten Mohe (Renault Mégane Maxi), der bei der Pneumant-Rallye traditionell viele Fans hat. Oder Möckl und sein Marken-Kollege Andreas Gerst, für die es zudem auch darum geht, möglichst viele Punkte für die Markenwertung zu sichern, in der Skoda derzeit mit 126 Zählern vor Citroën (77) und Opel (36) führt. Besser dran ist da schon Hermann Gaßner, der im seriennahen Carisma Evo V (Division IV) auf vier angetriebene Räder zurückgreifen kann. Der amtierende Vizemeister wird vor der Pneumant-Rallye an vierter Gesamtposition geführt und musste im vergangenen Jahr an gleicher Stelle eine seiner wenigen Niederlagen im Kampf um den Gruppe-N-Sieg hinnehmen. Ein junger Finne stahl ihm die Schotter-Show. Diesmal trifft er neben Ruben Zeltner im Subaru Impreza mit den Mitsubishi-Piloten Kaj Kuistila und Aki Keinänen erneut auf zwei schnelle finnische Spezialisten für losen Untergrund. Wieder dabei ist auch Christine Dietl, die nach dem Gruppensieg beim Auftaktlauf und dem vierten Platz in Berlin nun auf dem Schotter rund um Wittenberg ihren sechsten DRM-Platz verteidigen möchte.

     
     
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